Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 131

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 26. April 2018

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

Die Themen:

 

Musiklehrer als Honorarkräfte

Das Ärgernis Gagenkürzung

Datenschutzgrundverordnung zum zweiten

Kein Missionieren zu Symbiosen

Kein Buy-out von Nutzungsrechten

 

________________________________________________________________

 

Musiklehrer als Honorarkräfte

Musiklehrer sind nicht schon deshalb rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, weil sie auf Honorarbasis an einer Musikschule auf Grund der Lehrpläne des Verbands dt. Musikschulen unterrichten (BSG Az B12 R3/17 R) Musikschul-Lehrkräfte können selbstständig beschäftigt werden, auch wenn ihnen der Unterrichtsstoff vorgeschrieben wird, so das BSG. Die Gesamtschau zeige in diesem (Einzel-) Fall, dass eine selbstständige Tätigkeit vereinbart und gelebt wurde... Weder der Lehrrahmen noch die Pflicht, die Räume der Schule zu nutzen, sprächen in diesem Fall dagegen.  BSG-Pressemitteilung zum Urteil

 

zuletzt aktualisiert: 26.04.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps

 

Das Ärgernis Gagenkürzung

Manche Veranstalter (vor allem aus dem semiprofessionellen Bereich) kürzen hinterher die Gage, weil sie nicht zufrieden sind. Das ist immer ärgerlich.
In den AGB’s zum (Muster-)Gastspielvertrag des Bundesverbandes freie darstellende Künste, abgedruckt im „Survival Kit digital plus“ unter Kap. 8.10., heißt es deshalb unter Punkt 3.4. „Abschläge am Honorar (gleich welcher Art) sind nicht zulässig.“
Aber: eine „Gagenkürzung“, eine Minderung des Honorars bei „Unsorgfalt“ ist umstritten. Die oben genannte oder eine ähnliche Formulierung wie auf http://www.doktor-beat.de/preise-agb-s/  § 7 oder bei http://www.agentur-promo-nightlife.de/index.php?article_id=13  Punkt IX (Neuinterpretation der „Höheren Gewalt“, siehe 4.2) kann ungültig sein.
Wichtig ist bei der Erörterung dieses Problems ist, ob es sich um einen Werk- oder Dienstvertrag handelt, dazu https://eventfaq.de/2314-vertrag-mit-kuenstler-dienstvertrag-oder-werkvertrag/   
Meine Meinung:
die Künstlerin, die mit ihrem vorher beworbenen und so definierten Programm auftritt, schließt einen Werkvertrag ab; sie schuldet einen Erfolg; dem Veranstalter muss das Werk aber nicht gefallen; der Veranstalter könnte deshalb aber aus anderen Gründen Gewährleistungsansprüche gegen den Künstler geltend machen und die Gage mindern.
Will die Künstlerin bei dem Veranstalter noch mal auftreten, wird sie sich möglicherweise mit einem Kompromiss abfinden müssen. Will sie das nicht, ist der Ausgang eines Rechtsstreits leider nicht sicher, aber teuer und möglicherweise unverhältnismäßig.

 

26.04.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


Datenschutzgrundverordnung zum zweiten

Was muss eine Künstlerin / ein Ensemble jetzt tun, um späteren Ärger zu vermeiden? (Special) In meinem letzten Newsletter habe ich dazu schon etwas geschrieben, das habe ich inzwischen mit einem praktischen Leitfaden ergänzt. Und bitte: keine Panik! Das Thema wird im Moment sehr hochgekocht. Mehr im Survival Kit digital plus, Kap. 5.14

 

26.04.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


Kein Missionieren zu Symbiosen

Manchen Künstlern ist die Ausübung und Weiterentwicklung der (reinen) Kunst weniger wichtig als das Vorhaben, mit der Kunst pädagogische, soziale, oder politische Ziele zu verwirklichen. Solche Künstlerinnen sind mehr sehr sympathisch, habe ich doch selbst viele Jahre so gearbeitet. Will mann aber bestimmte Entscheidungsträger für sein eigenes Vorhaben gewinnen, kann es sehr sinnvoll sein, die Kunst in den Vordergrund zu stellen, und darauf zu verzichten, diese Geld-Topf-Bewahrer bezüglich der symbiotischen Verbindung von z.B. Sozialpädagogik und Kunst zu missionieren. Manche Künstler begründen einen Antrag z.B. nur mit sozialpädagog. Zielen, vergessen aber, dass der Zuschussgeber vor allem Kunst fördert.

 

26.04.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


Kein Buy-out von Nutzungsrechten

Wer als z.B. als Komponist, Autor oder Grafiker ein Werk schafft, sollte nicht alle Nutzungen des Werkes gegen eine Pauschalvergütung (‚exklusives Buy-out‘) verkaufen, sondern sollte darauf achten, dass er am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt wird, z.B. über Tantiemen für die wiederholte Nutzung (Wiederholungshonorar) oder für zusätzliche, andere Nutzungen (Übersetzungen, Bearbeitungen). Auch sollte er nicht auf sein Recht auf Namensnennung als Urheber verzichten. Hat er einen Wahrnehmungsvertrag mit einer Verwertungsgesellschaft abgeschlossen, kann er diese Nutzungsrechte sowieso nicht einem Dritten übertragen. Und nochmal: Sein Urheberrecht kann er anders als im angloamerikanischen Recht nicht im Wege des Buy-out verkaufen, nur die Nutzungen. Zur Kalkulation der Buyout-Lizenzgebühr dienen Listen, wie z. B. die „Richtlinien zu Schauspielgagen und Buyouts bei Werbeproduktionen“, welche die prozentualen Aufschläge je nach Nutzungsart sowie Region angeben. Mehr im Survival Kit digital plus, Kap. 14.6

26.04.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


zuletzt aktualisiert: 26.04.2018