Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 148

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 9. März 2021

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

Die Themen:

 

Live-Streaming / Video-on-Demand

selbständig und angestellt gleichzeitig

Darlehen kein Einkommen

und plötzlich ohne Krankenversicherung

Crowdfunding

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Live-Streaming / Video-on-Demand

Aufführungen leben von der lebendigen Interaktion mit dem Publikum. Die ist derzeit kaum möglich. Also werden vermehrt digitale Versionen von Aufführungen produziert. Auch wenn damit kaum Einnahmen erzielt werden, bleiben die Künstlerinnen im Gespräch, beweisen gegenüber Geldgebern, dass sie aktiv-kreativ sind und rechtfertigen so Zuwendungen. Für analoge Aufführungen haben die Künstler meist die Rechte erworben oder sie sind mit den Honoraren für die Aufführungen abgegolten. Wenn die Aufführungen ins Netz gestellt werden, sind die Rechte dafür erstmal weder erworben noch vergütet, auch nicht der möglicherweise zusätzliche Aufwand für die Digitalisierung. Darüber muss verhandelt werden. Bei Musikerinnen und Schauspielern geht es um Leistungsschutzrechte, bei Komponistinnen und Autoren um Urheberrechte. Denkbar ist, dass alle Beteiligten einvernehmlich der Ansicht sind, dass mit dem ursprünglich vereinbarten Honorar für analoge Aufführungen, die nun ja nicht stattfinden können, auch die digitalen Versionen abgegolten sind. Oder man einigt sich, dass der zusätzliche Aufwand und die zusätzliche Nutzung der Rechte in einem definierten Rahmen („bis zum Ende der Pandemie“ oder „für 1000 Klicks in YouTube“) mit der Summe X honoriert werden. Dabei könnte der Imagegewinn der Produzenten der digitalen Versionen gegenüber den Geldgebern berücksichtigt werden. In jedem Fall wäre eine zusätzliche, schriftliche Vereinbarung vor Erstellung der digitalen Versionen sinnvoll. Was nicht geht, ist, Probenmitschnitte einfach ins Netz zu stellen. Das ist zu einfach. → Survival Kit digital plus, Kap. 9.13

 

 

zuletzt aktualisiert: 9.3.2021

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selbständig und angestellt gleichzeitig

In Zeiten der Pandemie liegt es besonders nah, seine wirtschaftliche Situation mit einem zweiten Standbein abzusichern und sich deshalb eine angestellte Tätigkeit zu suchen, z.B. im Rahmen eines Midi-Jobs. → Survival Kit digital plus Kap. 5.1.4
Zur Erinnerung: Eine selbständige Tätigkeit als Künstlerin ist meist vereinbar mit einer angestellten Tätigkeit. Mann muss einige Formalien beachten, aber häufig gibt es keine Probleme mit der Künstlersozialversicherung. Beides geht parallel. mehr im → Survival Kit digital plus Kap. 6.1.11

 

9.3.2021

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Darlehen kein Einkommen

In manchen Branchen (Drehbuchautoren) werden Förderungen zunächst als Darlehen ausgezahlt. Darlehen sind nicht einkommenssteuerpflichtig, sind also kein Einkommen im Sinne der KSK. Erst wenn der Drehbuchautor das Drehbuch verkauft, gibt es eine Einnahme, die zu einem Einkommen im Sinne der KSK führt. Wird das Drehbuch allerdings nicht realisiert, wird das Darlehen oft in einen verlorenen Zuschuss umgewandelt. Dann erst wird auch für die KSK aus der erhaltenen Summe ein Einkommen. → Survival Kit digital plus, Kap. 6.1.3.2

und plötzlich ohne Krankenversicherung

Wer seinen monatlichen Versicherungsbeitrag nicht an die KSK überweist (bzw. das Konto ist für den Einzug nicht gedeckt) bekommt nach mehr oder weniger netten Erinnerungen schließlich böse Post von der KSK »Sehr geehrte Frau Tanzbein, Ihr Beitragskonto weist einen Gesamtrückstand von 388,43 EUR aus. Wir fordern Sie auf, Ihren Zahlungsrückstand sofort zu begleichen. Sollte Ihr Beitragskonto am 24.04.2021 noch einen Beitragsrückstand aufweisen, wird die Künstlersozialkasse das Ruhen der Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung feststellen.« Solche Ruhensmahnungen erhielten in 2020 ca. 9.000 Künstler und Publizistinnen. In knapp 3.000 Fällen ging die KSK einen Schritt weiter und sprach das Ruhen der Krankenversicherung aus. Bei ca. 15.000 Betroffenen aus der Kultur- und Medienbranche hat die Künstlersozialkasse Vollstreckungsverfahren wegen ausstehender Beitragszahlungen eingeleitet.
Mehr interessante Details in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Die Linke“: Corona-Bilanz bei der Künstlersozialkasse (19/25871), mehr auch im Survival Kit digital plus, Kap. 6.1.8.5

 

9.3.2021

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Crowdfunding

Das Kapitel wurde aktuell und mit positivem Tenor dankenswerter Weise ergänzt von Marie de Winter. → Survival Kit digital plus, Kap. 13.3.3

9.3.2021

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zuletzt aktualisiert: 9.3.2021