Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 127

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 1. Juli 2017

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

 

Die Themen:

 

Bürozeiten /Ferienzeiten

Künstlersozialabgabe 2018

Nachfolgeregelungen für Vereine

Mindestgage für Gastverträge an Stadttheatern

Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung für Honorar- und Gastverträge

eBooks MWSt

Riestern /Grundsicherung

Produktionsleiter Altersversorgung

Freistellungserklärung GEMA /VG Wort

Haftpflicht bei Auslandsauftritt

Steueränderungen jetzt

Cyber-Angriffe

Krankengeld und Kuren auch für KSK-Versicherte

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Bürozeiten /Ferienzeiten

Bürozeiten der Künstlerberatung Stefan Kuntz sind jetzt reduziert, weil Sommer ist und Ferien nahen, zur Zeit montags bis freitags 10 bis 14 Uhr.

Büroferien zwischen dem 6. und dem 22.September 2017

 

zuletzt aktualisiert: 1.7.2017

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Künstlersozialabgabe 2018

Künstlersozialabgabe sinkt 2018 auf 4,2 Prozent. Mehr Survival Kit digital plus, Kap.5.2

1.7.2017

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Nachfolgeregelungen für Vereine

Nachfolgeregelungen für Kulturbetriebe in Form eines gemeinnützigen e.V.‘s sind leider kompliziert: Die Gemeinnützigkeit macht die Mitnahme eines Veräußerungsgewinns bei Ausscheiden nahezu unmöglich. Stellen wir uns folgendes vor: Vor 35 Jahren haben 4 Künstler ein Theater gegründet und als e.V. betrieben. Nun wollen sie sich aus ihrem Lebenswerk zurückziehen und hätten gerne für das, was sie sehr florierend hinterlassen, auch finanziell eine Anerkennung, auch um ihre wackelige Altersvorsorge zu stabilisieren. Hätten sie das Theater als GbR oder Einzelunternehmer oder GmbH betrieben, wäre der Verkauf durchaus machbar. Aber einen e.V. kann man nicht verkaufen.
Einen Weg aus diesem Dilemma bietet der Umweg über die Umwandlung des e.V.‘s in eine gUG oder gGmbH. Die Nachfolger könnten die Gesellschafteranteile erwerben, aber Vorsicht:  der Kaufpreis darf das Nominalkapital einschließlich Sacheinlagen nicht übersteigen und muss sich im Rahmen der Selbstlosigkeit bewegen nach § 55 AO. Einer Abschöpfung von Gewinnen sind sehr enge Grenzen gesetzt, der Gesellschafter darf nicht  mehr als seinen Anteil am Stammkapital erhalten. Aber immerhin: die Nachfolger sind in der gGmbH nicht mehr den möglichen Turbulenzen einer Mitgliederversammlung ausgeliefert. Mehr Survival Kit digital plus, Kap. 3.15

 

1.7.2017

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Mindestgage für Gastverträge an Stadttheatern

Ab Oktober 2017 soll es Mindestgagen bei Gastverträgen für Vorstellungen und für Proben bei produktionsbezogen engagierten Künstlerinnen und Künstlern (befristete Arbeitsverträge) geben. Über die für Gastverträge geltenden Tarif-Regelungen haben sich am 2. Mai 2017 die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger und die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V.  mit dem Deutschen Bühnenverein als Arbeitgeberverband bei ihren Manteltarifverhandlungen geeinigt. Es soll eine Mindestgage von 200 € pro Vorstellung geben, für volle Probentage eine Probengage von mindestens 90 € für halbe Probentage 60 €. Außerdem wurden die Voraussetzungen für die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld verbessert. 
Bisher wurden vielfach befristete Arbeitsverträge illegal als Honorarverträge für (schein-) selbständige Künstler abgeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass das durch diesen Manteltarifvertrag aufhört. Mehr http://www.buehnengenossenschaft.de/pressemitteilung-erstmals-mindestgage-fuer-gastvertraege-an-deutschen-theatern  Mehr Survival Kit digital plus, Kap.14.6.3

 

1.7.2017

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Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung für Honorar- und Gastverträge

Bei den Puppenspielen der Stadt Köln gab es eine Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung in Bezug auf Honorar- und Gastverträge. Dabei wurde festgestellt, dass Sozialversicherungsbeiträge für Aushilfen im Foyer, Regieassistenten oder Musiker nicht gezahlt wurden. Das Hänneschen-Theater musste für die Jahre 2010 bis 2013 insgesamt 58.578 € nachentrichten plus Säumniszuschläge von 16.232 €. Merkwürdig ist, dass die Kulturverwaltung für diesen eklatanten Fall von Schwarzarbeit als Grund „Rechtsunsicherheit“ angibt. Trotz der Prüfung wurden auch 2015/2016 wieder Honorare an Regieassistenten und Aushilfspuppenspieler gezahlt, wieder ohne Abführen von Sozialversicherungsbeiträgen. Das kann sich nur ein Theater erlauben, das im Rücken eine Stadtverwaltung hat mit einem für das Theater gratis arbeitenden Rechtsamt. Und wann klingelt das Finanzamt wegen der Lohnsteuer? Mehr Survival Kit digital plus, Kap.5.2

 

1.7.2017

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eBooks MWSt

Die EU hat den Weg freigemacht für die Reduzierung des MWSt-Satzes auch für digital verbreitete Medien (E-Books). Bisher will der dt. Staat 19 % haben, statt wie bei Printmedien 7 %.  Mal sehen, wie lange das dauert, bis Deutschland diesen Weg geht. Mehr Survival Kit digital plus, Kap.4.7.2.3

 

1.7.2017

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Riestern /Grundsicherung

Im Betriebsrentenstärkungsgesetz finden sich auch Verbesserungen für KSK-(pflicht-)Versicherte:
Riester- und sonstige freiwillige Zusatzrenten sollen künftig im Alter auf die Grundsicherung erst ab 203 € angerechnet werden.
Grundförderung für Riester-Sparer wird von 154 auf 175 € erhöht. Es gibt Erleichterungen bei der Besteuerung der Abfindungen von Kleinbetragsrenten. Tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft.
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/12/2016-12-21-betriebsrente-wird-attraktiver.html  Mehr Survival Kit digital plus, Kap.6.4.2

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Produktionsleiter Altersversorgung

Auch Produktionsleiter der freien Tanz- und Theaterszene und Bühnenkünstler, die selbständig an Theatern arbeiten, können sich seit 2017 bei der Versorgungsanstalt der Dt. Bühnen freiwillig versichern.  Details auf  http://kanzlei-laaser.com/vddb-freiwillige-versicherung-fuer-produktionsleiter_innen/  Mehr Survival Kit digital plus, Kap. 6.4.5

 

1.7.2017

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Freistellungserklärung GEMA /VG Wort

Die Gerichte haben den automatisch gültigen Schlüssel für die Verteilung der Tantiemen zwischen Verlagen und Urhebern aufgehoben, wie er von GEMA und VG Wort festgelegt wurde. Die Verwertungsgesellschaften müssen die zu Unrecht erfolgten Auszahlungen an die Verlage für die Jahre 2012 bis 2015 zurückfordern. Deshalb fordern die Verlage von den Urhebern eine Freistellungserklärung (Verzicht auf Nachforderungen: Wort bis Febr. 2017/ Musik bis Mai 2017 / Zustimmung zur Verlagsbeteiligung VG Wort bis 30.9.17), damit sie nichts zurückzahlen müssen und weiterhin ihren Anteil erhalten. Bevor frau das tut, sollte sie überlegen, ob sie mit der Leistung des Verlages zufrieden ist. Wenn nicht, zurückfordern und nicht unterschreiben. Zunächst sollte sie allerdings ein den bereits abgeschlossenen Verlag schauen, was dort regelt ist. Das gilt meist weiter. Mehr Survival Kit digital plus, Kap. 11

 

1.7.2017

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Haftpflicht bei Auslandsauftritt

Manche Auftraggeber im Ausland (vor allem im englischsprachigen) verlangen bei Vertragsabschluss (für einen Auftritt) den Nachweis einer Haftpflichtversicherung. Das sollte dann sinnvollerweise eine Berufshaftpflichtversicherung sein, die auch im Ausland gilt. Mehr Survival Kit digital plus Kap 13.1.3

 

1.7.2017

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Steueränderungen jetzt

Der Bundesrat hat am 12.05.2017 dem 2. Bürokratie-Entlastungsgesetz zugestimmt. Die Grenze für Kleinbetragsrechnungen wird ab 2018 auf 250 € erhöht.
Abschreibungsgrenze wird ab 2018 auf 800 € erhöht. Anschaffungskosten für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens können jetzt bis zu einen Nettobetrag von 800 € sofort als Betriebsausgabe abgesetzt werden.
Aufzeichnungspflichten für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 250 € erhöht.
Lohnsteueranmeldungen sind quartalsweise abzugeben, wenn die abzuführende Lohnsteuer mehr als 1.080 €, aber nicht mehr als jetzt 5.000 €beträgt.
Der durchschnittliche Tageslohn eines kurzfristig Beschäftigten wird auf 72 € angehoben.

 

5.7.2017

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Cyber-Angriffe

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt hier Empfehlungen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Betriebssystem und Ihr Anti-Viren-Schutz auf dem neuesten Update-Stand sind.

1.7.2017

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Krankengeld und Kuren auch für KSK-Versicherte

Dass es Krankengeld und Kuren auch für KSK-Versicherte gibt, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, ist eigentlich selbstverständlich, aber weitgehend unbekannt. Denn der Arzt hält einen Künstler erst einmal für einen Selbständigen und warum braucht der eine Krankschreibung? Er bekommt ja keine Lohnfortzahlung von seinem Chef. Krankmeldung ist aber der erste Schritt. Der Arzt kann sie nicht rückwirkend ausstellen. Wenn Sie nicht in die Sprechstunde gehen können, dann hinterlassen Sie wenigstens eine Nachricht beim Arzt. Und die Krankmeldung muss kontinuierlich verlängert werden (solange mann krank ist) und sofort der Krankenkasse zugesandt werden (Kopie machen!). Dann gibt es (wenn frau kein vorgezogenes Krankengeld auf ihre alleinigen Kosten vereinbart hat) ab der siebten Woche Krankengeld, das ist lang hin, aber immerhin.

Und wer öfter lange krankgeschrieben war, kann auch mit Hilfe seines Arztes eine Kur beantragen.
Da gibt es verschiedene Konstellationen:

ambulante und stationäre Vorsorgekuren
Wenn Sie nicht krankgeschrieben sind, übernimmt die Kasse nur die Kosten für den Kurarzt und 90 % der Kurmittel. Ihr Eigenbeteiligung am Rezept beträgt außerdem wie immer 10 €. Für Unterkunft und Verpflegung zahlt Ihnen die Kasse bis zu 16 €/Tag (Barmer und TK nix!).
Sind Sie aber krankgeschrieben, zahlt die Kasse alles bis auf Ihren Eigenanteil.
Nach einer schweren Erkrankung (oder Arbeits-/Unfall) oder einer OP bekommen Sie eine ambulante oder (teil-)stationäre REHA entweder von Ihrer Krankenkasse oder - wenn Sie wieder arbeiten wollen sollen - von der Berufsgenossenschaft und/oder der Rentenversicherung (Versorgungswerk) (was meist üppiger ist).
Dann gibt es noch Vorsorgekuren für Eltern und pflegende Angehörige.
Natürlich ist die Krankschreibung auch der erste, nötige Schritt für eine spätere Erwerbsminderungsrente (von der Dt. Rentenversicherung) oder Berufsunfähigkeitsrente o.ä. (von einer privaten Versicherung)

 

1.07.2017

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zuletzt aktualisiert: 1.7.2017