Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 133

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 5. September 2018

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

Die Themen:

KSK-Abgabesatz 2019

Probleme mit der Riester-Zulage 2017 für KSK-Versicherte

Plötzlich USt-pflichtig - das tut weh

Diskjockeys in der KSK?

Geht es nicht auch ohne Rechtsform?

Handwerkliche Vorarbeiten

____________________________________________________________

 

KSK-Abgabesatz 2019

Der KSK-Abgabesatz für Verwerter künstlerischer und publizistischer Leistungen bleibt auch 2019 stabil bei 4,2 Prozent

zuletzt aktualisiert: 05.09.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps

 

Probleme mit der Riester-Zulage 2017 für KSK-Versicherte

Leider hat die KSK wegen EDV-Problemen die in 2017 gezahlten Rentenversicherungsbeiträge erst verspätet an die Dt. Rentenversicherung übermittelt und zwar erst im August. Von der DRV sollten dann die Daten an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) in der DRV gehen. Aber im Juni prüft die ZfA bereits, ob die Riester-Zulage gewährt werden darf, weil man Renten-Pflichtversicherungsbeiträge gezahlt hat. Auf Grund dieser KSK-Panne hat die ZfA bei den betroffenen Künstlerinnen, die fristgerecht ihre Steuererklärung abgegeben haben, die Riester-Zulage zurückgefordert. Durch die Meldung der ZfA, der Künstler sei nicht zulagenberechtigt, weil er keine Rentenbeiträge gezahlt habe, kann auch das Finanzamt verwirrt sein und kann den Steuerzahler auffordern, den Beweis für die Rentenbeiträge zu erbringen.
Das kann frau mit der Jahresbescheinigung der KSK machen und das ist das kleinere Problem.
Das Problem der fehlenden Riester-Zulage führt leider zu recht großem Aufwand: Die Künstlerin muss bei ihrem Anbieter schriftlich einen "Festsetzungsantrag" stellen, damit die Riester-Zulage für das Jahr 2017 nicht verloren geht. Erbitten Sie bei Ihrem Riester-Vertrags-Anbieter (Bank oder Versicherung) des Altersvorsorgevertrages einen Vordruck für den Festsetzungsantrag. Die Künstlersozialkasse stellt auch einen Musterantrag zur Verfügung. → Wichtige KSK- Information zur Riester-Zulage 2017 für rentenversicherte selbständige Künstler und Publizisten

05.09.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


Plötzlich USt-pflichtig - das tut weh

Viele Existenzgründerinnen haben das Problem, dass sie nach Erreichen der Umsatzsteuerpflichtgrenze leider nicht einen Riesen-Sprung nach vorne machen können, sondern erstmal bei vielleicht 20.000 € Umsatz stagnieren. Sie arbeiten z.B. mit Kursen für Endverbraucher, denen die zusätzlichen 19 % MWSt richtig wehtun und die sich deshalb abmelden. Wenn sie die 19 % nicht draufschlagen können (z.B. auf die Kursgebühr), weil das der Markt nicht hergibt, umfasst ihr Honorar die MWSt bereits und sie schmälert damit ihren Gewinn um grob 19 %.
Um das zu vermeiden, könnte eine Lösung sein, dass die Gründerin ihre berufliche Tätigkeit aufsplittet in z.B.
1.) Einzelunternehmerin und
2.) UG (haftungsbeschränkt) und
3.) Beteiligung an einer GbR.
Damit reduziert sie ihre Umsätze so, dass sie ihre Umsatzsteuerpflicht noch  etwas hinauszögern kann. Aber Vorsicht! Dieses Aufsplitten (s.o.) muss inhaltlich und organisatorisch stringent sein und vom Finanzamt akzeptiert werden. Eine Steuerberaterin um verbindliche Auskunft bitten.

05.09.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


Diskjockeys in der KSK?

DJs (Diskjockeys) werden im Ausnahmefall über die KSK im Bereich Musik versichert, wenn sie nicht nur auflegen, sondern kompositorisch arbeiten. Das dabei entstehende Arbeitsergebnis muss die Qualität eines neuen künstlerischen Produkts haben. Dies muss den Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden.

05.09.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


Geht es nicht auch ohne Rechtsform?

Manche Ensembles, vor allem, wenn sie am Anfang stehen, scheuen sich verständlicherweise vor der Bürokratie.
Muss ein Vertrag sein? Nein, das nicht, es geht auch mündlich.
Muss eine Rechtsform sein? Mann muss sie nicht bewusst wählen, aber wenn jemand Geld einnimmt oder ausgibt, dann tut er das zwangsläufig in einer Rechtsform.
Flokati auf dem Flohmarkt? wohl als Privatperson.
Scheinwerferbirnen kaufen? wohl in beruflicher Eigenschaft.
Wenn sie das in eigenem Namen tut, ist sie die Inhaberin, eine Einzelunternehmerin.
Wenn er das für andere tut, für sein Ensemble, wird die Frage der Rechtsform schon schwieriger.
Ist er der Chef, ist er ebenfalls Einzelunternehmer mit Mitarbeitern.
Ist das Ensemble ein Kollektiv, das sich Gewinn (oder einen eventuellen Verlust) teilt, handelt sich um eine GbR, eine BGB-Gesellschaft.
So schade das auch manchmal ist, wir leben nicht in einem rechtsfreien Raum. Fast alles was wir tun, hat einen rechtlichen Hintergrund. Diesen Hintergrund zu kennen, bedeutet Professionalisierung.

05.09.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


Handwerkliche Vorarbeiten

Manche Künstler müssen wenig künstlerische Vorarbeiten auch ausführen, sonst bekommen sie den Job nicht. Ein Bildhauer muss vielleicht für seine Skulptur einen Betonsockel gießen. Ein Freskenmaler muss vielleicht zunächst die Wand verputzen. Gelegentlich verlangt das Finanzamt nach einer Prüfung, dass solche erheblichen Nebentätigkeiten (z.B. 60.000 € Jahresgewinn) als Gewerbe getrennt abgerechnet werden. Zukünftig hat der Künstler in seinem Steuerbescheid zwei Zeilen. „Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit“ und „Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit“. Gerät er dann irgendwann in die Überprüfung der Künstlersozialkasse, bekommt er Probleme, wenn die gewerblichen Einkünfte über 5.400 € liegen.
Manche Künstlerin vergibt solche Vorarbeiten KSK-kompatibel an Subunternehmer und verdient dann daran leider nichts („durchlaufender Posten“). Eine andere Künstlerin erzielt ihren Gewinn durch Entwurf und Ausführung ihres Kunstobjektes, die Vorarbeit taucht gar nicht in der Rechnung auf.
Erzielt frau mit solch handwerklichen Nebentätigkeiten nur einen geringen Gewinn (unter 5.400 €), gibt es Steuerberater, die der Ansicht sind, dass die Tätigkeiten in der freiberuflichen, künstlerischen Buchführung verbucht werden können.
Wieder ein ärgerliches Beispiel dafür, dass Steuerrecht und Sozialrecht sich leider beißen.

05.09.2018

Themenüberblick aktueller Newsletter Themenüberblick Tipps


zuletzt aktualisiert: 05.09.2018