Künstlerberatung Stefan Kuntz

rat fuer kuenstlerinnen Nr. 134

Newsletter der Künstlerberatung Stefan Kuntz
vom 21. November 2018

Dies ist die Webfassung des eMail-Newsletters, den mann und frau gerne gratis abonnieren kann, in dem frau oder mann mir eine eMail schickt. Die Webfassung ist auf die reinen News beschränkt. Zu den meisten Themen gibt es mehr Informationen auf der Seite Tipps/Fundgrube, in die die Informationen aus den bisherigen Newslettern eingebaut werden. 

Die Themen:

Dinnershows endgültig mit 19% MWSt

Mailadresse verschlüsseln

Synchronsprecher nicht selbständig

Rentner können Krankenkassen-Beiträge von der VDDB u.ä. zurückfordern.

Krankengeld-Wahltarif für Künstlerinnen

Hinzuverdienst für vorzeitige Rentner wurde geändert

Zuwendungsrecht soll endlich modernisiert werden

Verwendung der privaten BahnCard 100 für Dienstfahrten

Keine elektronische Kasse vorhanden?

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Dinnershows endgültig mit 19% MWSt

Dinnershows sind keine teilbare Leistung und für den Veranstalter voll dem Regelsatz unterworfen. Bestätigt mit BFH-Urteil vom 13.6.2018, XI R 2/16 „Die "Dinner-Show" der Klägerin … (unterliegt) als einheitliche, komplexe Leistung dem Regelsteuersatz“. “Das FG hat im Streitfall angenommen, im Streitfall würden sich Show und Menü zu einem untrennbaren wirtschaftlichen Vorgang verbinden. Eine Aufspaltung in eine kulinarische und eine künstlerische Einzel- (haupt-)Leistung sei angesichts der gewünschten Verbindung von Menü und Show ebenso lebensfremd wie die Annahme, das Menü sei eine Nebenleistung zur Show oder die Show Nebenleistung zum Menü. Show und Menü seien aufeinander abgestimmt und griffen in zeitlicher Hinsicht ineinander. Durch die Verflechtung könne die Leistung nur insgesamt in Anspruch genommen werden. Der Besucher wolle Show und Menü zusammen erleben und genießen. Es gehe um die Verbindung beider Elemente.“ EuGH-Urteil Stadion Amsterdam vom 18. Januar 2018 C-463/16. Der BFH deutet an. dass eine andere Betrachtung möglich ist, wenn z.B. bei einer Show ein Menü optional als Ergänzung gebucht werden kann. Kap. 4.7.2.5 im Survival Kit digital plus

zuletzt aktualisiert: 21.11.2018

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Mailadresse verschlüsseln

Veröffentlichen Sie Ihre Mail-Adresse möglichst selten als Klartext (Facebook, ebay, amazon), auch nicht auf Ihrer eigenen Website. Verwenden Sie nicht den „Klammeraffen @“ also nicht info@kuenstlerrat.de, sondern verschlüsseln Sie das @Zeichen, also info[bei]kuenstlerrat.de oder [at] oder [auf], dann kann Ihre Mail-Adresse weniger leicht von Suchmaschinen gefunden werden, die lästige Werbe-Versender verwenden. Auch die Formatierung als Button im Menu der Website ist eine zusätzliche Hürde für Suchmaschinen, erleichtert aber trotzdem Ihren Kunden den Mail-Kontakt (siehe Button „eMail-Kontakt“ auf meiner Website). → Kap. 12.6.2. im Survival Kit digital plus

21.11.2018

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Synchronsprecher nicht selbständig

Das BSG hat im Fall einer Synchronsprecherin mit Beschluss vom 27.04.2016, Az.: B 12 KR 17/14 R Punkt 29 auf Vorliegen einer abhängigen Beschäftigung erkannt. Die KSK behandelt Synchronsprecher nicht mehr als selbständig Tätige.

21.11.2018

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Rentner können Krankenkassen-Beiträge von der VDDB u.ä. zurückfordern.

VdK-Erfolg: Beiträge auf Renten von Pensionskassen können entfallen
Die folgenden Informationen des VdK können auch für Künstler wichtig sein, die auf eine Rente der Bayerischen Versorgungskammer (Versorgungsanstalt der dt. Bühnen  / Orchester), der VBLU (Versorgungsverbund der Bund und Ländern unterstützten Unternehmen) und der Pensionskasse der Rundfunkanstalten den vollen Krankenkassenbeitrag zahlen müssen, aber nach Ausscheiden aus dem Stadttheater /-Orchester, Ensemble oder der Fernsehanstalt selbst einen freiwilligen Weiterversicherungsbeitrag geleistet haben.
„Auf Rentenzahlungen von Pensionskassen müssen unter bestimmten Voraussetzungen keine Beiträge für die gesetzliche Kranken- und soziale Pflegeversicherung gezahlt werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht beschlossen. Damit hat der VdK einen großen juristischen Erfolg errungen.
Der am 4. September 2018 veröffentlichte Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in Karlsruhe beruht auf einer vom Sozialverband VdK erhobenen Verfassungsbeschwerde (Az.: 1 BvR 249/15).
Betroffen sind Beschäftigte, die aus ihrem Betrieb ausgeschieden sind. Sie müssen vom Arbeitgeber den Pensionskassenvertrag als Versicherungsnehmer übernommen und selbst weitergeführt haben. Weitere Voraussetzung ist, dass sie ab dem Zeitpunkt allein eingezahlt haben. Die von da an erworbenen Rentenansprüche sind nicht mehr sozialversicherungspflichtig. Das Gericht ist zu dem Schluss gekommen, dass diese allein weitergeführte Altersvorsorge einer privaten Altersvorsorge gleichzustellen ist. Es handele sich hier also nicht mehr um eine betriebliche Altersvorsorge.
Bezogen auf die aktuelle Entscheidung bedeutet das, dass Direktversicherung und Pensionskasse jetzt gleich behandelt werden.
Die bereits gezahlten Sozialabgaben können für vier Jahre rückwirkend auf Antrag geltend gemacht werden. Dazu wird bei der Krankenkasse ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X gestellt. Darin muss stehen, dass man nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Versicherungsnehmer privat weiterhin Beiträge in die
Pensionskasse eingezahlt hat. Man weist auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (Az.: 1 BvR 249/15) hin und beantragt die Erstattung der Überzahlung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.“
Die Krankenkassen können der Ansicht sein, dass der Adressat des Antrags die Pensionskasse ist, weil nur sie ausrechnen kann, wieviel Prozent der Rentenzahlung auf freiwilligen Einzahlungen basieren.
„Um Rechtsnachteile zu vermeiden (Verjährung) muss der Antrag bis zum 31. Dezember 2018 gestellt werden. Wenn Sie ein Musterschreiben mit einem Überprüfungsantrag benötigen, laden Sie bitte dieses Dokument herunter: Musterschreiben Überprüfungsantrag Krankenversicherung.pdf“ Bei mir bekommen Sie ein auf die VddB abgestimmtes Musterschreiben.
Siehe dazu auch https://www.vdk.de/deutschland/pages/musterklagen/11388/kkbeitraege_auf_betriebsrenten

Ergänzung:
Die VddB soll ab Januar 2019 die KV-Beiträge neu berechnen, d.h. weniger an die KV überweisen, je nach Anteil der freiwilligen Einzahlungen, und dann auch die Datenbasis liefern für die Rücküberweisung zu viel gezahlter Beiträge für die letzten 4 Jahre. Noch wird überlegt, wer die Rücküberweisung dann vornimmt. Das soll die VddB auch ohne Antrag erledigen können.      26.11.2018

 

21.11.2018

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Krankengeld-Wahltarif für Künstlerinnen

In „finanztest“ 12/2018, S.78 ff ist eine Übersicht über die Leistungen und Kosten dieses Tarifs bei den einzelnen gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Die Unterschiede sind erheblich – von 3 €/Monat bis zu 294 €. Wichtige Kriterien sind auch, ob die Beitragszahlung entfällt während des Krankengeld-Bezuges, ob es eine Wartezeit gibt, wie viel Krankengeld es maximal gibt innerhalb von 3 Jahren und wie lange frau durch den Abschluss dann an diese Kasse gefesselt ist. Zu überlegen ist, ob mann nur wegen eines günstigen Wahltarifs die Kasse wechselt, und ob mann sowas überhaupt braucht. „finanztest“  empfiehlt u.a. AOK, Barmer, TK. → Kap. 6.1.6. im Survival Kit digital plus

 

21.11.2018

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Hinzuverdienst für vorzeitige Rentner wurde geändert

Bis zum Beginn der Regelaltersrente mit ca. 66 Jahren ist ein Hinzuverdienst ohne Abschläge jetzt bis 6.300 € / Jahr erlaubt. Achtung! Gewerbliche Einnahmen durch Anteile an einer (alternativen) Energieanlage zählen mit, nicht aber Kapitalerträge und private Mieteinnahmen. → Kap. 6.1.9. im Survival Kit digital plus

 

21.11.2018

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Zuwendungsrecht soll endlich modernisiert werden

Vorschläge für Modernisierung des Zuwendungsrechts für den Dritten Sektor
https://www.awv-net.de/upload/pdf/Zuwendungspraxis/AWV-Impulspapier-
Modernisierung-der-Zuwendungspraxis-fr-den-Dritten-Sektor.pdf
http://www.soziokultur-nrw.de/
Und es gibt auch inzwischen eine Arbeitsgruppe der Landesfinanzminister!

 

21.11.2018

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Verwendung der privaten BahnCard 100 für Dienstfahrten

Das Bundesinnenministerium hat mit Rundschreiben vom 19.9.2018 (AZ D6-30201/7#2) endlich Entgegenkommen signalisiert und akzeptiert die Abrechnung auf fiktiver Ebene.

 

21.11.2018

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Keine elektronische Kasse vorhanden?

Werden z.B. Tickets (nicht aber Kursgebühren für Seminare oder Workshops) an der Abendkasse nur bar verkauft, ist es nach § 146 Abs. 1 Satz 1 Abgabenordnung (AO) aus Zumutbarkeitsgründen möglich, kein elektronisches Aufzeichnungssystem, sondern eine offene Ladenkasse zu verwenden.
Sieh auch http://www.vereinsknowhow.de/kurzinfos/registrierkassen.htm
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Abgabenordnung/AO-Anwendungserlass/2018-06-19-aenderung-anwendungserlass-abgabenordnung-Einzelaufzeichnungspflicht.pdf?__blob=publicationFile&v=2

 


zuletzt aktualisiert: 21.11.2018