Künstlerberatung Stefan Kuntz

Fahrplan Berufseinstieg (Special)

 
Wie starte ich nach meinem Studium in den Job?
Was muss ich wann tun, wenn ich einsteige ins Geld-Verdienen, in die Karriere?


 
Vor dem Studium

  • Buchführung lernen: Klassenkasse, Reisekasse, Taschengeld, WG-Haushaltskasse zu Übungszwecken mit allen Ein- und Ausgaben erst mit Heftchen, dann mit einer BuchführungsAPP aufzeichnen. Barbestand im Portemonnaie tagesaktuell vergleichen. An einer AG „business-at-school“ teilnehmen.
  • Nicht als Mini-Jobber arbeiten, sondern als Midi-Jobber: es gibt mehr Geld und für den Arbeitgeber ist es unterm Strich sogar preiswerter. ALG-Beiträge werden abgeführt. Sechs Monate ALG I erhält, wer in den letzten 2 Jahren 12 Monate versichert war.
  • Steueridentifikationsnummer, Anträge zu den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen stellen / ELStAM-Daten beim Finanzamt beantragen. Sozialversicherungsausweis über den Arbeitgeber bei der Rentenversicherung beantragen und aufheben.
  • Bei Verwendung der ELStAM-Daten können Schüler (2016) bis 889 € und Studenten bis zu 947 € monatlich steuerfrei verdienen. Sozialversicherungsfrei nur unter 18 Jahre und unter (2017) 425 € Gesamteinkommen monatlich.
  • Für Elster registrieren lassen.
  •  Einkommensteuererklärung/Lohnsteuerjahresausgleich machen = einbehaltene Steuern zurück erhalten.
  • Wenn Sie nicht bei Ihren Eltern leben: Wer bekommt Kindergeld und Kinderzuschlag? Läuft mit 25 aus.

 
Während des Studiums

  • Ein Schüler/Student sollte seine Weiterbildungskosten für seinen zukünftigen Beruf steuerlich geltend machen, indem er (auch wenn er nix verdient) die Einkommenssteuerklärung mit Elster übermittelt mit Mantelbogen und der ausgefüllten Anlage N (auf Mantelbogen oben ankreuzen „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“). Das geht in 2017 rückwirkend bis ins Jahr 2013. Wenn er dann irgendwann mal verdient, spart er damit in der Zukunft Steuern.
  • Wenn schon vor dem 26. Geburtstag sozialversicherungspflichtig tätig, Riester-Vertrag abschließen und 200 € Berufseinsteigerbonus kassieren.
  • Als Übungsleiter/Trainer Freibetrag von 2.400 €/Jahr wahrnehmen: Keine Steuern, keine Sozialversicherungsbeiträge.
    Ebenso Aufwandspauschale für ehrenamtliche Tätigkeit von 720 €/Jahr.
  • Sich zunächst für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)  entscheiden. Junge Leute, die z.B. wegen ihrer beihilfeberechtigten Beamten-Eltern ohne nachzudenken nach der Schule weiter privat krankenversichert sind, können nur sehr begrenzt in die gesetzliche KV wechseln.
    Der Wechsel funktioniert durch eine Tätigkeit im Bundesfreiwilligendienst, durch Aufnahme eines Studiums, durch Exmatrikulation nach dem Bachelor für 1 Monat und danach Aufnahme eines Masterstudienganges, durch eine sozialversicherungspflichtige Anstellung.
    Sonst muss innerhalb von 6 Monaten nach dem 25. Geburtstag die private Beihilfe (ohne Gesundheitsprüfung) in eine private Vollversicherung umgewandelt werden. Wenn Sie einem PKV-Vertreter blind unterschreiben, dass Sie in der privaten Krankenversicherung (PKV) bleiben wollen, bleiben Sie ihr ganzes Studium an die PKV gekettet, Wechsel erst wieder am Ende des Studiums. Das ist dann eine der letzten Chancen.
  • Familienversichert (beitragsfrei über Ihre Eltern) sind Sie bis zum 25. Geburtstag nur, wenn beide Eltern gesetzlich krankenversichert sind.
  • Ab dem 26. Geburtstag steigt der Krankenversicherungsbeitrag,
  • ab dem 14. Semester oder 30. Lebensjahr richtig kräftig.
  • Zur Vermeidung hoher KV-Beiträge nebenher selbständige, freiberufliche, künstlerische Tätigkeit beginnen und sich über die Künstlersozialkasse versichern: billiger und sogar rentenversichert.
  • Kein Gewerbe anmelden, wenn Sie freiberuflich tätig sind.
  • Für eine selbständige Tätigkeit Quittungen sammeln, Rechnungen schreiben können, Budgetplanung können, Kalkulationen sogar im Gespräch entwickeln können, Buchführung lernen, Einnahme-Überschuss-Rechnung machen können (mit Hilfe von Mama oder Steuerberater), Steuererklärung machen können mit Elster (siehe oben).
  • In IT-Sicherheit investieren (Mail-Account, Web-Impressum, regelmäßige Sicherungen auf externer Festplatte im Schließfach)

 
Nach oder während des Studiums/Ausbildung:

  • Zur Berufsfindung interpolieren zwischen: "Was kann ich? Was will ich? Womit kann ich Geld verdienen?"
  • Für Praktika und/oder für angestellte Tätigkeiten als Arbeitnehmer bewerben.
  • Für erledigte Jobs Zeugnisse  erbitten und sammeln. Möglicherweise dem Arbeitgeber Tätigkeitsmerkmale vorlegen.
  • Lernen, Konditionen für Aufträge/Verträge gelassen, aber effektiv zu verhandeln.
  • Als Angestellter oder Selbständiger zunächst gesetzlich krankenversichert bleiben/werden (AOK, Techniker, Barmer etc.)
  • Sie müssen sich nicht entscheiden zwischen dem Status als Angestellter und dem Status als Selbständiger – beides geht parallel.
  • Wenn Sie einen Anspruch auf ALG I haben, können Sie das ALG nutzen, um Ihre Existenzgründung als Selbständiger vorzubereiten. Dazu gibt es vom Jobcenter eine Förderung. Nicht nur um den Businessplan kümmern sondern auch um die Akquise von Aufträgen. Wenn es nicht anders geht, ALG II und Einstiegshilfe für Existenzgründung beantragen. Über ALG sind Sie krankenversichert.
  • Für gesetzliche Rentenversicherung  (DRV) sorgen.
  • Als Selbständiger Berufshaftpflichtversicherung abschließen.


 
Ab ca. 30 Jahre oder 3 Jahre Berufstätigkeit oder mehr als 15.000 € Gewinn/Jahr:

  • Über Schutz gegen Privat- und Berufsunfälle nachdenken.
  • Zusätzlich zum staatlichen Rentensystem über zusätzliche Altersvorsorge nachdenken, z.B. auch Riester-Rente, s.o.
  • Über Beitritt zur Gewerkschaft und anderen Berufsverbänden nachdenken. Netzwerke knüpfen.
     

mehr im Survival Kit                                          10.2.2017  

 

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zuletzt aktualisiert: 7.2.2017