Künstlerberatung Stefan Kuntz

Extra-Zuschüsse für extra-schöne Zähne u.ä. (Special)

Zunächst etwas allgemeiner: Die medizinisch notwendige Wiederherstellung nach Krankheit oder Unfall bezahlt die Krankenkasse. Und eine private Zusatzversicherung (z.B. eine private Unfallversicherung oder eine Zusatzzahnversicherung (dazu mehr im "Survival Kit") zahlt dann etwas extra. Bei einem Berufsunfall zahlt von vorneherein und alles und auf höherem Niveau die Berufsgenossenschaft (dazu mehr im "Survival Kit"), wenn frau denn dort versichert ist.
Wenn ein länger dauernder gesundheitlicher Schaden vorliegt, bezahlt die Rentenver-sicherung „Rehabilitationsmaßnahmen“, also Dinge, die dazu dienen, Dich wieder fit zu machen fürs Geldverdienen. Eine mögliche Voraussetzung: Du warst in den letzten 2 Jahren wenigstens 6 Monate pflichtversichert (dazu mehr im "Survival Kit"). REHA-Maßnahmen können Prothesen sein, Kuren, Physiotherapie, technische Hilfsmittel etc.. Was die Rentenversicherung mehr als die Krankenkasse bezahlt und wobei sie sich richtig Mühe gibt, hängt aber von deinem Beruf ab.
Für Künstler in der darstellenden Kunst und in der Musik zahlt die Rentenversicherung beispielsweise Zuschüsse für die medizinisch eigentlich nicht notwendige Keramikvollverblendung von Zahnersatz im sichtbaren Bereich, wenn der Versicherte klar macht, dass sonst  das Publikum die Metallkonstruktion des Zahnersatzes sieht und deshalb seine Berufsausübung zumindest teilweise gefährdet ist.
Beispiel: Zwei vollkeramikverblendete Goldkronen für die beiden oberen Eckzähne kosten gut 1000 €, davon zahlt die GKV für einen braven Zahnarzt-Besucher (Bonusheft immer schön gestempelt!) gut 400 €. Von den restlichen gut 600 €, die eigentlich der Künstler zahlen müsste, zahlt die DRV gut 400 €, so dass dann noch gut 200 € offenbleiben.
Wenn aber die DRV zahlt, zahlt auch die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen (VDDB) in der Bayrischen Versorgungskammer (dazu mehr im "Survival Kit"), in diesem Falle 130 €.
Wichtig ist, dass der Künstler den Antrag bei der DRV vor der Eingliederung stellt und dass der Zahnarzt bestätigt, dass dieser extra-Aufwand für einen Künstler ausschließlich berufsbedingt erforderlich ist. Damit tun sich aber die Zahnärzte schwer, davon haben sie noch nie gehört und wieso sollen gerade sie bestätigen, dass Herr Mustermann wirklich Schauspieler ist? Und woher sollen sie wissen, wie weit diesem Mann das Publikum in den Rachen schaut und warum blitzendes Metall seine Karriere gefährden könnte. Ruhig, ruhig! Nur ein Sätzchen ist nötig: „Dieser Zahnersatz ist für diesen Künstler ausschließlich berufsbedingt erforderlich.“
Was die VddB angeht, kann frau sich bei der Beantragung des Zahnersatz-Zuschusses ein Jahr Zeit lassen. Die VddB zahlt nur, wenn der ungedeckte Rest mehr als 150 € beträgt. Und sie zahlt auch bei freiwillig Weiterversicherten, sofern sie ihren darstellenden Beruf noch ausüben. Sie zahlt auch Zuschüsse bei (Hör-) Kuren und ambulanten Reha-Therapien wie Akupunktur, Alexander-Technik, Stoßwellen- und Sauerstofftherapie und anderen orthopädischen Therapien. Sie zahlt Kontaktlinsen und (Spezial-)Brillen, Laser-Augenoperationen, kosmetische Operationen, das alles aber nur, wenn mann vorher beantragt und eine ärztliche Bescheinigung über die berufliche Notwendigkeit beibringt.

 

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zuletzt aktualisiert: 30.8.2011