Künstlerberatung Stefan Kuntz

Errechnen der Vorsteuer mit der "Vorsteuerpauschale" (Special)

 
 
Frau darf die Vorsteuerpauschale pauschal geltend machen, wenn sie die Vorsteuer nicht mühsam aus jedem einzelnen Ausgabenbeleg herausrechnen will.
Der Vorjahresumsatz darf allerdings nicht über 61.356 € netto betragen haben.
 
Als Vorsteuerpauschale gilt berechnet immer vom Netto-Umsatz,
·      für Freie bei Bühne, Film, Funk, Fern­sehen und Schall­    plattenproduktionen 3,6 %,
·      für  Bildhauer: 7,0 %,
·      für Kunstmalerinnen und Grafiker (künstlerische - keine Grafikdesigner): 5,2 %,
·      für  Journalistinnen (Wort und Bild): 4,8 %,
·      für  Hochschullehrer (für nebenberufliche Tätigkeit neben dem wissenschaftlichen Hauptberuf): 2,9 % und
·      für  Schriftstellerinnen, literarische Übersetzer, Komponistinnen 2,6 %.
 
Was ist besser? Nach tatsächlichen Kosten oder mit der Pauschale?
 
Beispiel  (Vorsteuer detailliert herausgerechnet):
Einnahmen:
Nettoumsatz                                 74766,36
MWSt                                             5233,64
Ausgaben:                                     40000,00
(darin enthaltene MWSt                 4285,71)
USt ans FA                                       947,92
Betriebswirtschaftl. Ergebnis nach USt: 39052,08
 
Beispiel (Vorsteuerpauschale):
Einnahmen:
Nettoumsatz                                 74766,36
MWSt                                             5233,64
Ausgaben:                                     40000,00
Vorsteuerpauschale                        2542,04
USt ans FA                                     2691,60
Betriebswirtschaftl. Ergebnis nach USt: 37308,40
 
Also das schlechtere Ergebnis.
Es ist meistens nur dann sinnvoll mit der Pauschale zu operieren, wenn die Bruttoausgaben weniger als ein Drittel der Nettoeinnahmen betra­gen.
 
Die Verwendung der Vorsteuerpauschale muss schriftlich beim FA beantragt werden
(„... ich beantrage hiermit, die Berechnung des Vorsteuerbetrages nach dem Durchschnittssatz für ‘selbständige Mitarbeiter bei Bühne, Film, Funk und Fernsehen ..’ in Höhe von 3,6 % vornehmen zu dürfen.“ )
 
Die Regelung gilt auch für GbR’s und andere Unternehmen.
Betreibt frau außer der künstlerischen Tätigkeit, deren Vorsteuer pauschal berechnet werden kann, noch ein anderes Geschäft, so kann dort ebenfalls die Pauschale verwandt werden, solange die Tätigkeit nicht mehr als 25 % ausmacht.
 
Andere als die aufgeführten Tätigkeiten können nicht pauschal behandelt werden.
 
Die Verwendung der Pauschale kann jederzeit widerrufen werden, aber erst wieder nach 5 Jahren erneut beantragt werden.

 

 

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zuletzt aktualisiert: 11.02.2014